Zwischendurch arbeiten wir auch mal an Projekten, die nicht direkt für Kunden umgesetzt werden. Die hier kurz gezeigte Makrofotografie dient einem „eigenen“ Projekt. Münzen sowie weitere kleinere Gegenstände werden hier für Druckauflösung fotografiert.

Das Set im Detail

Fotografiert wird hier mit einer Canon 5D MKII (Vollformat), Objektiv ist das Canon 100mm 2.8 (click me for more info), welches einen Abbildungsmaßstab von 1:1 hat & somit für Makrofotografie geeignet ist. Die Kamera ist auf einem Stativ montiert, damit wir eine eventuelle Verwacklungsunschärfe vermeiden.

Der Abstand der Linse zum jeweiligen Objekt liegt nur knapp über Mindestabstand (beim 100mm 2.8 gute 30cm). Mit dem geringstmöglichen Abstand stellen wir sicher, dass wir eine möglichst große Auflösung hinbekommen. Ausgelöst wird mit einem Fernauslöser (Delamax, im Bild unterhalb der Kamera zu sehen, hier aber nicht unbedingt notwendig).

Lichtaufbau mit Softbox

Für die Beleuchtung wird ein Studioblitz (Yinbei 300 Ws) genutzt (leider nicht im Bild erkennbar). Eine Softbox 70 x 100cm schafft dabei ein softes Licht und strahlt fast senkrecht von oben auf den Tisch. Auch bei kleinen Gegenständen ist eine Softbox nützlich, lassen sich doch Strukturen (bspw. Münzoberflächen) besser erkennen. Für das Auslösen des Studioblitzes wird der drahtlose Fernauslöser YONGNUO YN622C verwendet.

Die Kamera-Einstellungen

An der Kamera wird manueller Modus (M) eingestellt. Um eine zu große Tiefenunschärfe zu vermeiden, machen wir die Blende zu, d.h. wir wählen bspw. die Blende 22 oder 32. Gerade bei Makrofotografie ist die geringe Tiefenunschärfe (die bei Portraitaufnahmen durchaus ihren Reiz hat) eher störend. Im Zusammenspiel mit dem Studiolicht stellen wir die Zeit so ein, dass wir eine ausgewogene Beleuchtung haben. Beispieleinstellung: Zeit 1/160s, Blende 22. Studioblitz ca. 2,3. Dabei können wir variieren (Studioblitz heller stellen und kürzer belichten ODER Studioblitz dunkler und länger belichten).

Das wäre es schon fast. Jetzt haben wir das ganze Set fertig und können loslegen. Man könnte hier eine Mini-Hohlkehle verwenden. Ich habe hier ganz simpel improvisiert. Ein altes Brettchen, eine Stoffunterlage und ein Lineal werden verwendet.

Manuelles Fokussieren garantiert Schärfe

Ach. Fast vergessen: die Scharfstellung lasse ich nicht über Autofokus laufen, sondern stelle am Objektiv auf manuelles Fokussieren. Denn liegt das Objekt bspw. nicht mittig oder auf einem Fokuspunkt, dann stellt die Kamera vll. auf den Hintergrund scharf. Was zwar nur einige Milimeter ausmacht, aber bei Makrofotografie vll. schon das Objekt leicht unscharf erscheinen läßt. Wenn ganz große Genauigkeit gefragt ist, könnte man alternativ auch den Live-Modus verwenden und beim Fokussieren die Zoomtaste (+) verwenden. Das zoomt auf 5-fach bis 10-fach. Super genau einzustellen.

Makrofotografie und Tethered Shooting

Übrigens: um die Bilder direkt am Rechner anschauen zu können, kann man das sogenannte „Tethered Shooting“ verwenden. Beispielsweise kann man Adobe Lightroom verwenden, um während des Shootings die Bilder von der Kamera direkt auf den Rechner zu schicken. Benötigt wird eine geeignete Software sowie ein Kabel (USB-Kabel, welches seitlich in der Kamera steckt und auf der anderen Seite mit dem Standard-USB-Anschluß am Computer). So kann man die Ergebnisse direkt in riesig groß begutachten und auch evtl. Belichtungsfehler oder Unschärfe erkennen.

 

Michael Belter | Von seinem Konfirmationsgeld kaufte er sich damals seine erste Kamera, eine Pentax ME inkl. Objektiven, ist mit Freunden losgezogen und hat sich an Landschaftsfotografie & Portraits ausprobiert. Heute gibt es neben professionellen Canon-Kameras & -objektiven eine Studioblitzanlage und vielerlei Video-Equipment. Micha arbeitet selbstständig im Bereich Internet & Medien, beschäftigt sich mit den Themen Fotografie, Videoproduktion, Internet & Onlinemarketing. In seiner Freizeit ist er oft mit dem Rad am Niederrhein unterwegs.

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